Bürgschaft für die Miete: Was ist gemeint und welche Risiken bestehen?

Bezahlbarer Wohnraum wird vor allem in Großstädten immer knapper. Egal ob Geringverdiener oder Studenten – häufig fällt es diesen Zielgruppen schwer, eine erschwingliche Mietwohnung zu finden. Sympathisches Auftreten allein hilft nicht mehr, sondern nur wer auch über einen entsprechenden Kontostand verfügt, der kommt als Bewerber in die engere Auswahl. Wer selbst nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, wird von Vermietern mitunter aufgefordert eine Mietbürgschaft als Absicherung vorzulegen. Aber was ist damit überhaupt gemeint? Und welche Risiken birgt diese für Mieter und Vermieter? Diese und weitere Fragen zum Thema beantworten wir Ihnen in unserem Ratgeber.

Mietbürgschaft: Definition des Begriffs

Um zu verstehen, was es mit der Bürgschaft für Mieter auf sich hat, lohnt sich zunächst der Blick auf die allgemeine Definition des Begriffs „Bürgschaft“. Gesetzlich festgeschrieben ist diese in § 765 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Hier heißt es dazu in folgendem Wortlaut:

„(1) Durch den Bürgschaftsvertrag verpflichtet sich der Bürge gegenüber dem Gläubiger eines Dritten, für die Erfüllung der Verbindlichkeit des Dritten einzustehen.“

Gegenüber dem Gläubiger verpflichtet sich der Bürge demnach, für eventuell entstehende Schulden eines Dritten – in diesem Fall des eigentlichen Hauptschuldners – einzustehen. Dadurch sichert sich der Gläubiger – womit hierbei der Vermieter gemeint ist – gegen die Zahlungsunfähigkeit seines eigentlichen Schuldners ab.

Worin unterscheiden sich Ausfallbürgschaft und selbstschuldnerische Bürgschaft?

Wenn Sie sich dazu entschließen als Bürge im Rahmen einer Mietbürgschaft aufzutreten, sollten Sie beachten, dass grundsätzlich zwischen Ausfallbürgschaft – auch Schadlosbürgschaft genannt – und selbstschuldnerischer Bürgschaft unterschieden wird.

Ist Erstere vorliegend, dann werden Sie als Bürge erst dann zur Kasse gebeten, wenn bei dem eigentlichen Hauptschuldner, für den Sie bürgen, kein Geld mehr einzuholen ist. Bevor Bürgen also zu Zahlungen aufgefordert werden, muss der Hauptschuldner im Falle der Ausfallbürgschaft erst einer Zwangsvollstreckung unterzogen werden.

Bei der selbstschuldnerischen Bürgschaft hingegen, wird auf die Einrede der Vorausklage verzichtet. Gemeint ist hiermit, dass dem Bürgen eingeräumte Recht, dem Gläubiger gegenüber so lange die Zahlung zu verweigern, bis dieser die Zwangsvollstreckung gegen den Hauptschuldner anordnen lässt und diese erfolglos bleibt. Gesetzlich festgehalten ist diese Regelung in § 771 des Bürgerlichen Gesetzbuches:

„Der Bürge kann die Befriedigung des Gläubigers verweigern, solange nicht der Gläubiger eine Zwangsvollstreckung gegen den Hauptschuldner ohne Erfolg versucht hat (Einrede der Vorausklage). Erhebt der Bürge die Einrede der Vorausklage, ist die Verjährung des Anspruchs des Gläubigers gegen den Bürgen gehemmt, bis der Gläubiger eine Zwangsvollstreckung gegen den Hauptschuldner ohne Erfolg versucht hat.“

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