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Der Mieterverein – Wenn Mieter Hilfe benötigen

Zwar begünstigt das Mietrecht in Deutschland in erster Linie die Mieter, dennoch werden diese Gesetze nicht immer eingehalten. Zudem kennen nur wenige Mieter all ihre Rechte und Pflichten. Benötigen sie in einer Mietsache Unterstützung, Auskunft oder Hilfe, können sie sich an den sogenannten „Mieterverein“ wenden. Der Berufsverband der Rechtsjournalisten klärt auf seinem kostenlosen Ratgeberportal auf. – Isabel Frankenberg

Bei den Mietervereinen handelt es sich um Institutionen, welche die Interessen von Mietern vertreten und unter vielen verschiedenen Bezeichnungen, wie Mieterschutzverein, Mietervereinigung oder Mieterverband, bekannt sind. Der Mieterverein besteht aus einem Zusammenschluss von Wohnungsmietern in ganz Deutschland. Zudem besitzt jeder Verein ein eigenes Einzugsgebiet, in denen er anderen bei mietrechtlichen Problemen zur Seite steht.

Insgesamt umfassen die Mietervereine innerhalb von Deutschland rund 3 Millionen Mitglieder. Jeder dieser gehört einem örtlichen Mieterverein und dem zuständigen Landesverbund an, welcher in jedem Bundesland, außer in Niedersachen und Bremen, besteht. Der Landesverbund kümmert sich um politische Mieterangelegenheiten, während die örtlichen Vereine direkt mit den Bürgern vor Ort zusammenarbeiten und deren Probleme lösen.

Der deutsche Mieterbund agiert auf Bundesebene. Vorrangig Ziele sind dabei:

  • die Wahrung der Rechte und Interessen der Mieter in allen Bereichen des Wohnungswesens und des Mietrechts
    die Stärkung des Mieterschutzes, eine soziale Wohnungspolitik und eine soziale Stadtentwicklung
    die öffentliche Förderung des Mietwohnungsbaus und der Gebäudesanierung.
  • Örtliche Mietervereine informieren über die Ansprüche bei Rechtsstreitigkeiten und setzen diese bei den Behörden durch. Zudem hilft er dabei, Forderungen von Vermietern zu überprüfen und sich gegen unrechtmäßige Forderungen zur Wehr zu setzen. Grundsätzlich hält der örtliche Mieterverein also eine beratende Funktion inne. Die Hilfe durch den Verein ist dabei kostenlos und kann daher von jedem Bürger in Anspruch genommen werden. Zudem wird sich, anders als beim Gang zum Anwalt, um eine außergerichtliche Einigung der Streitparteien bemüht.

Um die kostenlose Beratung und Hilfe in Anspruch nehmen zu können, besteht nur eine Voraussetzung: Der Betroffene muss Mitglied im Mieterverein sein. Dazu muss sich dieser bei der jeweiligen Beratungsstelle melden und die Mitgliedschaft direkt vor Ort beantragen. Einige Mietervereine stellen mittlerweile auch schon Online-Formulare zur Verfügung. Neben der schriftlichen Beitrittserklärung ist es auch erforderlich, eine Vereinssatzung anzuerkennen. Danach entscheidet der Vorstand über die Aufnahme des Betroffenen und stellt diesem eine Mitgliedsbescheinigung aus. Die Mitgliedschaft ist mit Kosten verbunden. Wie hoch diese sind, kann nicht pauschal gesagt werden. Grundsätzlich hängt das vom jeweiligen Einzugsgebiet ab.

Weitere Informationen zum Thema „Mieterverein“ finden Sie unter www.mietrecht.com.